Warum bist Du Vegetarier/Veganer ?

Das ist eine Frage die ich in den letzten mehr als 25 Jahren unzählige Male gehört habe, Lust drauf zu antworten hatte ich nicht immer, ist ja eigentlich was persönliches und manchmal ist man halt nicht so in der Stimmung das zu erklären. Ich bin da auch nicht missionarisch unterwegs , auf der anderen Seite bin ich aber gerne bereit meine Beweggründe zu erklären, wenn ich das Gefühl habe das da wirkliches Interesse besteht.

Wie bereits in meinem Post – Vegan – ein kleiner Exkurs – gibt es drei wesentliche Gründe vegan/vegetarisch zu leben beziehungsweise sich zu ernähren.

Grund Gesundheit

Auslöser bei mir war der Sport und die Sporternährung, bei der mir recht früh in meiner Ausdauersportkarriere klar war, das die Ernährung ein wesentlicher Bestandteil ist um gute Leistungen zu bringen. Generell macht einen eine gute Ernährung nicht schneller, aber sie hilft einem sich besser zu regenerieren und seine Leistungsfähigkeit auch 100% abrufen zu können. Interessanterweise war mein erster Ernährungsbuch nicht vegetarisch angehaucht, aber meine persönlichen Schlussfolgerungen gingen dann in diese Richtung, so dass ich erst einmal den Fleischkonsum reduzierte und ihn dann komplett einstellte und so bin ich nun seit ca. 1988 Vegetarier und seit Anfang 2013 Veganer. Sport/Sporternährung fällt unter das Thema Gesundheit bei den Gründen für eine vegetarische/vegane Ernährungsweise.

Mittlerweile hat sich dieser Bereich für mich verstärkt, da es schon mein Ziel ist gesund alt zu werden. Älter wird man durch diese Lebensweise nicht unbedingt, die medizinische Versorgung hat es ja geschafft die Menschen in den letzten Jahrzenten bei uns älter werden zu lassen, nur leider meist nicht wirklich gesund älter werden zu lassen. KHK, Diabetes Typ2, Übergewicht sind erwiesenermaßen gerade bei Veganer selten verbreitet und damit schaltet man einen großen Teil der Zivilisationskrankheiten aus. Letzten Erkenntnissen zufolge stehen auch Alzheimer und Demenz in einem Zusammenhang mit fleischreicher Ernährung und Milchprodukte sind bekannt, Auslöser von einer Anzahl von Allergien zu sein.

Wer hierzu sein Wissen vertiefen will dem empfehle ich  Dr. Jacobs Weg des genussvollen Verzicht – Die effektivsten Maßnahmen zur Prävention und Therapie von Zivilisationskrankheiten. Ich muss aber warnen, dies ist wirklich ein sehr wissenschaftliches Buch und nicht leicht zu lesen. Genauso gut und leichter geschrieben ist Vegetarische Ernährung von Leitzmann/Keller. In beiden Büchern findet man praktische Anleitungen wie man seine Ernährung gesund anpassen kann und jeder seinen Weg damit finden kann.

Grund Ethik

Da gab es für mich als erstes immer den Grund, könnte und will ich ein Tier töten um es dann zu essen. Die Antwort war für mich immer ganz einfach und hieß ‚Nein‘.

Bitte jetzt keine Diskussion nach der Devise, aber in Notsituationen, wenn Du nix zu Essen hast etc. dazu kann ich nur erwidern: Ich lebe aktuell in einer privilegierten Gesellschaft, wo ich nicht Hungern und mich nicht um meine Nahrungsbeschaffung ängstigen muss, darum ist diese Fragestellung nicht relevant und ich muss keinem Tier das Leben nehmen um selbst zu überleben.

Dazu kamen auch schon früh die Skandale um tierische Lebensmittel, die es schon vor 30 Jahren gab und die für mich ein weiterer Baustein waren sich weiter vegetarisch zu ernähren.

Grund Ökologisch

Das ist ein Grund der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, die Auswirkungen von Massentierhaltung und die Sicherstellung der Ernährung der Weltbevölkerung ist erwiesenermaßen nur mit einer Abkehr von dem hohen Fleischkonsum der Industrienationen hin zu einer mehr pflanzlichen Ernährung zu schaffen. Der steigende Fleischkonsum in Schwellenländer ist geradezu kontraproduktiv und wird im Endeffekt durch das gute Beispiel der Industrienationen getriggert.

Im Prinzip ist dieses Wissen schon seit Jahren (Jahrzehnten) vorhanden, politisch wird nur zaghaft daran gewirkt, die Lobby rund um die Massentierhaltung ist einfach stark und man müsste sich eingestehen, jahrzehntelang die Bevölkerung falsch informiert zu haben. Ernährung ist halt ein persönliches Thema, wo jeder sich leicht angegriffen fühlt, nicht bevormundet werden möchte und das ist natürlich ein Thema wo die Politik gerne ein Bogen drum macht.

Nicht falsch verstehen, ich gönne jedem sein Stück Fleisch, finde es aber notwendig, das jeder sich einmal Gedanken zu seinem Konsum macht und hinterfragt ob 60 kg pro Kopf Jahresverbrauch in Deutschland wirklich notwendig sind, 20 Kg würden es auch tun und viele ökologische (und gesundheitliche) Probleme reduzieren.

 

Das sind einmal die wesentlichen Gründe, obwohl einen habe ich noch vergessen, seit dem ich Veganer bin hat es quasi eine Geschmacksexplosion gegeben, neue Möglichkeiten haben sich eröffnet und das Essen ist generell leckerer und schmackhafter geworden (und ich muss mir keine Gedanken über Kalorien und Mengen machen und kann meine 76-77 kg bei 181 cm locker halten).

 

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